Das Gespräch bei dem du erklärst, dass du gerade „morgen" hast und der andere nicht versteht was du meinst.
Die Vorhänge die du jeden Sommer neu bestellst weil kein Material wirklich lichtdicht ist.
Der Moment wenn du um 14 Uhr aufwachst und kurz nicht weißt ob es Tag ist — und wenn ja, welcher.
Einkaufen gehen wenn der Supermarkt leer ist — und ihn trotzdem hassen weil du eigentlich schlafen wolltest.
Das schlechte Gewissen bei jedem Familienfest das du absagst. Das schlechte Gewissen bei jedem das du nicht absagst und dann zu erschöpft bist um wirklich da zu sein.
Der Kollege im Tagesdienst der sagt: „Nachtschicht ist doch eigentlich praktisch, oder? Mehr Aufschlag und den Tag frei."
Zu erklären warum das nicht stimmt kostet mehr Energie als es bringt. Also nickst du.
Die Tage nach dem Schichtwechsel. Wenn dein Körper noch auf dem alten Rhythmus läuft und du schon auf dem neuen sein solltest. Wenn Hunger und Müdigkeit zu den falschen Zeiten kommen.
Die Art wie du Wochentage anders wahrnimmst als alle anderen. Montag ist kein Montagsgefühl. Es ist ein Schichtplan-Gefühl.
Und trotz allem: die Momente die nur du kennst. Der Sonnenaufgang aus der Frontscheibe. Die Stille einer schlafenden Stadt. Das Gefühl wenn eine Nachtschicht reibungslos läuft und du nach Hause fährst und weißt — das war gut.
Du bist nicht allein damit.